Der Kauf eines Baugrundstücks ist für die meisten Menschen die größte finanzielle Entscheidung ihres Lebens — und gleichzeitig der erste echte Schritt zum Eigenheim. Damit Sie nichts Wesentliches übersehen, finden Sie hier eine systematische Checkliste für Bauherren in der Prignitz.

Vor der Besichtigung: Hausaufgaben

Bevor Sie zum ersten Besichtigungstermin fahren, klären Sie für sich die folgenden Punkte. Das spart Wege und gibt Ihnen eine klare Vergleichsbasis.

  1. Budget realistisch festlegen. Nicht nur der Kaufpreis zählt — kalkulieren Sie 10–15 % Nebenkosten ein (Grunderwerbsteuer, Notar, Vermessung, eventuell Makler). Unser Grundstückskosten-Rechner zeigt Ihnen jede Position transparent.
  2. Finanzierung vorab klären. Sprechen Sie mit Ihrer Hausbank über die maximale Darlehenshöhe. Ein „Finanzierungsbestätigung" macht Sie bei Verkäufern deutlich verhandlungsfähiger.
  3. Mindestgröße definieren. Wieviel Quadratmeter brauchen Sie wirklich? Spielen Sie verschiedene Hausgrößen am Grundstück durch.
  4. Lage-Kriterien priorisieren. Entfernung zur Schule, Arbeitsweg, ÖPNV, Einkauf, Ärzte — was ist Ihnen unverhandelbar, was ist nice-to-have?

Bei der Besichtigung: Worauf achten?

Vor Ort prüfen Sie nicht nur „gefällt mir der Anblick", sondern systematisch die Bau-Tauglichkeit:

Beschaffenheit des Grundstücks

  • Bodenverhältnisse. Lehm-, Sand- oder Felsboden? In der Prignitz dominieren sandig-lehmige Böden — meist problemlos. Bei sichtbarem Bewuchs mit Schilf oder Erlen kann es feucht sein.
  • Topografie. Hanglage erhöht die Baukosten (Fundament, Statik). Ebenes Gelände ist günstiger zu bebauen.
  • Bäume und Bewuchs. Geschützte Bäume können nicht ohne Weiteres gefällt werden — fragen Sie bei der Stadt/Gemeinde nach Baumschutzverordnungen.
  • Nachbarbebauung. Wie hoch dürfen Nachbarn bauen? Liegt Ihr Grundstück im Schatten? Lärmquellen (Hauptstraße, Bahn, Gewerbe) erkennbar?

Erschließungsstand

Voll erschlossen heißt: Wasser, Abwasser, Strom, Telekom liegen bis an die Grundstücksgrenze. Bei „rohem Bauland" zahlen Sie 25.000 – 60.000 € zusätzlich. Lesen Sie dazu unseren Vergleich Erschließungskosten.

Rechtliche Prüfung: B-Plan und Grundbuch

Bevor Sie sich verbindlich entscheiden, müssen Sie zwei zentrale Dokumente einsehen:

  1. Bebauungsplan (B-Plan). Hier steht, was Sie bauen dürfen: maximale Geschosse, Dachform, Baufenster, Abstandsflächen, ob Einfamilienhaus oder auch Mehrfamilienhaus zulässig ist. B-Pläne können Sie auf der Website der jeweiligen Stadt herunterladen oder im Bauamt einsehen.
  2. Grundbuchauszug. Klärt: Wer ist Eigentümer? Liegen Lasten, Wegerechte, Leitungsrechte oder Grunddienstbarkeiten an? Vom Verkäufer aktuell anfordern (kostet wenige Euro beim Amtsgericht).

Bei Beethovenstraße Nord ist der B-Plan seit März 2025 rechtskräftig beschlossen und für jedermann auf der Website der Stadt Wittstock/Dosse einsehbar.

Kaufvertrag und Notartermin

Der Grundstückskauf in Deutschland ist nur über einen Notar rechtswirksam. Der Notar entwirft den Kaufvertrag, klärt beide Parteien über Rechte und Pflichten auf und vollzieht später die Eigentumsumschreibung im Grundbuch.

Was sollten Sie zum Notartermin mitbringen?

  • Personalausweis oder Reisepass
  • Steuer-Identifikationsnummer
  • Finanzierungsbestätigung der Bank (falls Sie nicht bar zahlen)
  • Bei verheirateten Käufern: gegebenenfalls Ehegattenzustimmung

Bei unseren Grundstücken ist die Zahlungsstruktur transparent: 50 % des Kaufpreises bei Abschluss des Kaufvertrags, die restlichen 50 % nach Abschluss der Erschließungsmaßnahmen. So zahlen Sie nicht vorab für etwas, das noch nicht fertig ist.

Nach dem Kauf: Was kommt jetzt?

  1. Grundbucheintragung abwarten. Die Auflassung dauert meist 4–8 Wochen.
  2. Grunderwerbsteuer-Bescheid bezahlen. In Brandenburg 6,5 % des Kaufpreises. Erst nach Zahlung gibt das Finanzamt die Unbedenklichkeitsbescheinigung — die der Notar für die Grundbucheintragung braucht.
  3. Bauplanung beginnen. Architekt oder Bauunternehmen kontaktieren. Bauantrag beim Bauamt einreichen.
  4. Versicherung. Sobald Sie Eigentümer sind, ist eine Grundstücks-/Bauleistungsversicherung sinnvoll.

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Diese Übersicht ersetzt keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung. Bitte ziehen Sie für die endgültige Vertragsgestaltung einen Notar und für Finanzierungsfragen Ihre Hausbank hinzu.